veto banner

Pressemitteilung des Landesvorstandes vom 17.09.2018

Am 15.09. fand die zweite Landesversammlung von unserVETO-Bayern statt.

Am 24.03.2018 wurde in Nürnberg der Landesverband unserVETO als Vertretung der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer gegründet.

Nach etwas einem halben Jahr fand nunmehr die zweite Landesversammlung statt. Zeit ein Zwischenresümee zu ziehen. Insgesamt nahmen hieran etwa 70 Personen (Mitglieder sowie Interessierte) teil.

Ausgangspunkt war die Auswertung von zwei Umfragen bei Flüchtlingshelfern in Bayern. Dabei zeigte sich, dass die Hauptprobleme die Wohnungs- sowie die Arbeitssuche sind. Die Wohnungssuche stellt überall aufgrund einer verfehlten Wohnungsbaupolitik eines der größten Probleme dar. Die Genehmigungen von Arbeits- und Ausbildungsstellen sind hingegen regional sehr unterschiedlich. Es gibt Landkreise, in denen Ablehnungen die Ausnahme sind, in anderen hingegen wird die Arbeitsaufnahme kaum genehmigt. Die Gründe hierfür sind – bei gleicher Situation – unterschiedlich und kaum nachvollziehbar.

Nach einem Rechenschaftsbericht des Vorstandes wurde einstimmig eine Satzung verabschiedet, (nach Ausscheiden einer Beisitzerin) der alte Vorstand bestätigt und zwei neue Beisitzer*innen gewählt. Die beiden Vorsitzenden sind unverändert Bettina Riep (Erding) und Dr. Joachim Jacob (Dachau). Beisitzer*innen sind: Michael Günter (Fürth), Maria Brand (Erding) und Ulrich Waas (Erlangen-Höchstadt). Zurzeit hat unserVETO mehr als 600 Mitglieder und ist in mehr als der Hälfte aller Landkreise und kreisfreien Städte vertreten.

Am Nachmittag gab es einen Vortrag von Oskar Fischer (LMU) zum Thema „Die Angst vor dem Fremden“ sowie einen Bericht des psychologischen Dienstes NUR (Neue UfeR) der Caritas über ihre Arbeit in AnkER-Zentren. Die meisten Teilnehmer mussten dabei feststellen, dass die Situation in den bayerischen AnkER-Zentren noch schlimmer als erwartet ist.

Abschließend fand eine Podiumsdiskussion mit Vertretern von Freien Wählern, Grüne, MUT-Partei, der Linken sowie der SPD über die bayerische Asylpolitik statt. Die CSU hatte leider kurzfristig abgesagt und konnte auch keine Vertretung schicken. In der lebhaften Diskussion gab es große Zustimmung bei allen vertretenen Parteien bei der Dezentralisierung statt Unterbringung in Massenunterkünften, der Ablehnung der Unterscheidung von Asylbewerbern nach der angeblichen Bleibeperspektive, und der Forderung, dass diejenigen, die eine Arbeit gefunden haben, auch die Erlaubnis hierzu erhalten sollen. Lediglich bei der Forderung nach einem Einwanderungsgesetz gab es Unterschiede.

    Parteien zur Wahl

 

Als wichtigste Aufgabe von unserVETO wurde auf der Landesversammlung genannt: unserVETO muss die politische Stimme der ehrenamtliche Flüchtlingshelfer*innen sein. Gerade unsere Umfragen zeigen, dass die Helfer*innen eine politische Stimme wollen und brauchen, um zu verhindern, dass Humanität immer mehr zurückgedrängt wird.

 

Gez.

Bettina Riep (Landesvorsitzende) Dr. Joachim Jacob (Landesvorsitzender)

Verband der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer*innen Bayern